Kernkraft als Option beibehalten – kerntechnischen Forschungsstandort Deutschland sichern

Jörg Nobis

Der Landtag wolle beschließen:

Der Landtag begrüßt die Entscheidung der EU-Kommission, Investitionen in
Kernkraftwerke zukünftig als nachhaltig einzustufen. Strom aus Kernkraft hat in etwa
das gleiche CO2-Äquivalent pro kWh wie Strom aus Photovoltaikanlagen und ist
daher zukünftig als „grüner Strom“ einzustufen.

Da der Bedarf an Elektrizität in der Zukunft drastisch steigen wird, droht in den
kommenden Jahren eine erhebliche Versorgungslücke, die mit erneuerbaren
Energien allein nicht zu schließen sein wird.

Hält Deutschland an seinem Ausstieg aus der Kernkraft und der Kohleverstromung
fest, so wird zukünftig immer mehr Strom aus Nachbarländern wie Belgien,
Frankreich und Dänemark importiert werden müssen.

Insbesondere die Stromimporte aus Belgien und Frankreich basieren zu ca. 67% auf
Kernenergie. Deutschland wird somit zu einem Generalimporteur von französischem
Atomstrom, ohne eine eigene Versorgungssicherheit zu haben.

Vor diesem Hintergrund bittet der Landtag die Landesregierung, sich auf
Bundesebene für den Erhalt des kerntechnischen Know-Hows in Deutschland
einzusetzen und sich in der Forschung auf dem Gebiet der Reaktortypen der IV
Generation aktiv und direkt zu beteiligen und sich den Industriestaaten des
„Generation IV International Forum (GIF)“ anzuschließen.

Deutschland darf bei einer auch in absehbarer Zukunft noch benötigten
Brückentechnologie nicht technologisch völlig abgehängt werden.

drucksache-19-03585

print