Claus Schaffer: „Die Landesregierung klärt Corona-Todesfälle nicht auf“

    Mortui vivos docent – die Toten lehren die Lebenden – gilt weiterhin in der Corona-Pandemie, nur scheint dieser einleuchtende Grundsatz bei der Landesregierung nicht bekannt zu sein. Claus Schaffer, gesundheitspolitischer Sprecher der AfD im schleswig-holsteinischen Landtag, erklärt dazu:

    „Bereits im April 2020 haben wir die Landesregierung dazu aufgefordert, Corona-verdächtige Todesfälle rechtsmedizinisch stärker zu untersuchen, als dies bisher der Fall war. Unser Antrag wurde im Plenum abgelehnt, gleichzeitig folgte man unserem Vorschlag aber inhaltlich durch die Bereitstellung von 400.000 Euro aus dem Finanzhaushalt für das UKSH für die Durchführung vermehrter Obduktionen.

    Am 6.  Januar 2021 habe ich die Landesregierung nach ihren Erkenntnissen zu Corona-verdächtigen Todesfällen befragt, und die nun vorliegende Antwort ist verblüffend: Demnach wurden im Jahr 2020 nur 17 Obduktionen bei den insgesamt 609 Corona-Todesfällen durchgeführt, bis zum 13. Januar 2021 erfolgten dann bereits 13 weitere Untersuchungen. In 63,3 % wurde eine, so wörtlich, ‚Corona assoziierte Todesursache‘ festgestellt, die verbleibenden 36,7 % sind demnach auf andere Ursachen zurückzuführen. Gut ein Drittel der untersuchten Corona-Todesfälle sind laut Auskunft der Landesregierung keine.

    Die Einordnung von Corona-Todesfällen bleibt auch in der schriftlichen Antwort weiterhin nebulös. So führt die Antwort der Landesregierung aus: ‚Die Statistik des RKI erfasst sowohl Personen, die unmittelbar an der Erkrankung verstorben sind (‚gestorben an‘), als auch Personen mit Vorerkrankungen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die Todesursache war (‚gestorben mit‘). In der Praxis ist es häufig schwierig zu entscheiden, inwieweit die SARS-CoV-2 Infektion direkt zum Tode beigetragen hat. Daher liegt es generell im Ermessen des Gesundheitsamtes, ob ein Fall als verstorben ‚an‘ bzw. ‚mit‘ Covid-19 ans RKI übermittelt wird oder nicht.‘

    Die Problematik des Nachweises einer eindeutigen Todesursache ist bekannt und führt folgerichtig zum Begriff einer ‚Corona assoziierten Todesursache‘. Vermehrte Anstrengungen in der Rechtsmedizin schaffen mehr Klarheit über die tatsächliche Gefährlichkeit einer Covid-19-Erkrankung für die Menschen. Diese Erkenntnisse zu erlangen war und ist noch immer die Forderung der AfD. Die unfassbar geringe Zahl der durchgeführten Obduktionen lässt hier aber vermuten, dass der politische Wert behaupteter Corona-Todesfälle durch die Landesregierung höher eingeschätzt wird als Transparenz und Wissen über die Gefahr von Corona selbst.“

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