Claus Schaffer: „Die Schuldigen sind gefunden – wie weit werden Sie gehen, Herr Günther?“

    Portrait Claus Schaffer, Stellvertretender Vorsitzender der AfD-Gruppe im Landtag Schleswig-Holstein

    Der CDU-Ministerpräsident Daniel Günther erklärte, dass nach einer Leopoldinastudie etwa 80% der Neuinfektionen auf Ungeimpfte zurückgehen. Ungeimpfte seien daher durch Isolation von weiteren Ansteckungen abzuhalten. Claus Schaffer, sozialpolitischer Sprecher der AfD im Schleswig-Holsteinischen Landtag, erklärt dazu:

    „Das Märchen von der Pandemie der Ungeimpften wird fortgeschrieben, obwohl dieses von namhaften und sogar regierungsnahen Virologen längst widerlegt wurde. Angeführt wird nun eine Studie im Auftrag der Leopoldina, die zu einem Ergebnis gelangte, wonach 8-9 von 10 Neuinfektionen auf ungeimpfte Personen zurückzuführen sei. Schaut man in diese Studien hinein, so wird schnell deutlich, dass die registrierten Neuinfektionen diese Annahme zu bestätigen scheinen. Aber diese Studie lässt das Testverhalten in der Bevölkerung vollkommen außer Acht, und genau hierin besteht der Schwachpunkt der Aussage.

    In einer parlamentarischen Anfrage konnte die Landesregierung keine Auskunft darüber geben, wie und ob sich das Testverhalten im Zusammenhang mit der Aussetzung der kostenfreien Antigen-Tests verändert hat. Auf drei konkrete Fragen hieß es lapidar: ‚Dazu liegen der Landesregierung keine Daten vor.‘ Wer sich derzeit regelmäßigen Tests unterziehen muss, ergibt sich aus dem System der 3GRegel, wonach sich zuvor nur ungeimpfte Personen für den Besuch von Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten testen lassen mussten. Und derzeit sind es ausschließlich die ungeimpften Arbeitnehmer und Angestellten, die täglich einen negativen Antigentest vorweisen müssen, um ihrer Existenzsicherung nachgehen zu können. Dass es dabei dann gehäuft zu Positivfällen unter ungeimpften Personen kommt, kann doch niemanden überraschen.

    Auch bei der Frage der Infektionsausbreitung tappt die Landesregierung weitgehend im Dunkeln. Hier zeigen lediglich Auswertungen von Corona-Warn-Apps, dass etwa 80% der Warnungen im Zusammenhang mit 3G- bzw. 2G-Veranstaltungen stehen. Also jenen Aktivitäten, bei denen sich Ungeimpfte kurzfristig durch Tests als ungefährlich beweisen müssen, während Geimpfte ungetestet aber ansteckend zusammenkommen können.

    Weitgehend unterrepräsentiert sind die Infektionsfälle und Hospitalisierungen geimpfter Personen, die nach Auskunft der Virologen einen erheblichen Anteil an der gegenwärtigen Infektionslage haben. Bestätigt wurde diese Feststellung in einer Sitzung des Sozialausschusses im Schleswig-Holsteinischen Landtag am 18. November, als durch einen Regierungsvertreter auf meine Nachfrage eingeräumt wurde,  dass  in  den  Kalenderwochen  44  und  45  die  Belegungen  in  unseren  Kliniken  und Intensivstationen zu gleichen Teilen auf ungeimpfte und geimpfte Personen zurückgehen.
    Die Landesregierung hat sich offenbar entschieden, das Pandemiegeschehen einzig den ungeimpften Menschen  zuzuschreiben.  Sie  hat  im  Ungeimpften  den  wahren  Schuldigen  gefunden,  der  keine Kontakte mehr haben darf und isoliert werden soll. Aber was folgt  nach der Isolation? Wie weit werden Sie gehen, Herr Günther?“
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