Claus Schaffer: „Gesundheitsminister Garg muss die Widersprüche der Auswertung des Kieler Instituts jetzt auflösen“

    Claus Schaffer

    Das Kieler Institut für Infektionsmedizin hat gestern seine erste infektionsepidemiologische Auswertung des Corona-Geschehens in Schleswig-Holstein veröffentlicht. Danach wurden im ersten Halbjahr 2020 bislang 3161 Personen als mit dem Coronavirus infiziert gemeldet, 507 davon wurden stationär behandelt und 153 Personen verstarben. Die Sterblichkeitsrate lag damit nur eine Woche lang über der durchschnittlichen Sterblichkeit der Jahre 2016 bis 2019. Claus Schaffer, gesundheitspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

    „Im Schnitt sind in Schleswig-Holstein trotz der Corona-Pandemie nicht mehr Menschen gestorben als sonst – dieses Ergebnis der Auswertung des Kieler Instituts für Infektionsmedizin ist eine gute Nachricht. Und sie deckt sich mit der Feststellung des Leiters des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg (UKE), Prof. Dr. Klaus Püschel, wonach das Coronavirus ‚kein Killer-Virus‘ ist, da es ,in Bezug auf die Mortalität … in einer Größenordnung weit unter 1 Prozent (liegt), was ‚deutlich geringer (ist) als bei anderen Viruserkrankungen‘ .

    Auch der Infektiologe und Klinikdirektor am UKE, Prof. Dr. Ansgar Lohse, stellte gerade erst fest, dass ‚die Gefahren durch Covid-19 … überschätzt werden‘ – gerade für Kinder – weshalb er sich fragt, ‚warum jetzt für Corona andere Maßstäbe gelten sollen als für andere Infektionsgefahren‘.

    Vor diesem Hintergrund bleibt unverständlich, warum das Kieler Institut für Infektionsmedizin in seinem Bericht gleichwohl von einer ‚beträchtlichen Covid-Letalität‘ spricht, die sich in Schleswig-Holstein ‚noch nicht wesentlich auf die Gesamtmortalität‘ ausgewirkt habe. Denn wenn die Sterblichkeit von Corona-Infizierten bei unter 1 Prozent liegt, was unter der Sterblichkeitsrate jener Patienten liegt, die sich mit anderen Viruserkrankungen infiziert haben, dann kann von einer ‚beträchtlichen Covid-Letalität‘ gerade nicht die Rede sein.

    Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP), der die Auswertung des Kieler Instituts für Infektionsmedizin als ‚wichtige Grundlage für die täglichen Entscheidungen im Ministerium‘ bezeichnet hat, muss diesen Widerspruch jetzt auflösen. Denn die Bürger Schleswig-Holsteins verdienen hinsichtlich der anhaltenden Corona-Schutzmaßnahmen und ihrer wissenschaftlichen Grundlagen maximale Transparenz.“

    Weitere Informationen:

    • SHZ-Artikel „Zahlen und Fakten: Ein halbes Jahr Corona – eine Bilanz“ vom 18. August 2020:

    https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/corona/zahlen-und-fakten-ein-halbes-jahr-corona-eine-bilanz-id29316992.html

    • Hamburger-Abendblatt-Artikel „Wie riskant ist der Schulstart? Das sagen die Experten“ vom 6. August 2020:

    https://www.abendblatt.de/hamburg/article230106244/schule-hamburg-corona-praesenzunterricht-abstand-hygiene-maske-eltern-lehrer-kritik-experten-chanasit-schulte-markwort-elternkammer-keynejad-languth-lenzen-renz-lohse.html

    • Interview mit Prof. Püschel vom Hamburger UKE vom 29. Juli 2020:

    (Zitat ab ca. Sendeminute 04:20)

    „… das ist kein Killer-Virus … in Bezug auf die Mortalität liegt das in einer Größen-ordnung weit unter 1 Prozent. Das ist also deutlich geringer als bei anderen Viruserkrankungen. Die meisten Menschen überstehen das völlig schadlos …“

    https://www.swr.de/swr1/bw/swr1leute/klaus-pueschel-102.html

     

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