Claus Schaffer: „Qualität der Geburtshilfe steigern – Hebammen stärken!“

Portrait Claus Schaffer, Stellvertretender Vorsitzender der AfD-Gruppe im Landtag Schleswig-Holstein

Zum heutigen Welthebammentag erklärt Claus Schaffer, sozialpolitischer Sprecher der AfD im Schleswig-Holsteinischen Landtag:

„Eine stetige und persönlich zugewandte Betreuung von Frauen während der Geburt ist in Deutschland mittlerweile eher ein Glücksfall als die Regel. Die Situation der Geburtshilfe verschlechtert sich leider von Jahr zu Jahr. So betreuen Hebammen in Deutschland mehr als doppelt so viele werdende Mütter wie Hebammen in anderen europäischen Ländern. Teils betreut eine einzelne Hebamme fünf oder mehr Schwangere gleichzeitig. Durch die damit verbundene Überlastung kommt es häufig zu unnötigen Interventionen und einer zu hohen Kaiserschnittrate.

Frauen und Neugeborene können in den Kreißsälen zunehmend nur noch unzureichend versorgt werden. Dahinter stehen eine fortschreitende Zentralisierung der Krankenhäuser, finanzielle Fehlanreize durch das Fallpauschalensystem, hohe Haftungsrisiken und Personal- sowie Nachwuchsmangel. Außerdem werden die Hebammen durch hohe und zudem stark steigende Haftpflichtversicherungsprämien aus ihrer Tätigkeit gedrängt.

In Schleswig-Holstein wurden in den letzten Jahren viele Geburtsstationen geschlossen, so dass Frauen in den Wehen weite Wege auf sich nehmen müssen. Oft reicht die Zeit nicht aus. Dass in der Osternacht dieses Jahres ein Baby auf einem Seenotrettungskreuzer zur Welt kam, weil die Insel Sylt keine Geburtsstation mehr hat, ist ein trauriges Symbol der verfehlten Familienpolitik in Schleswig-Holstein. Damit die Betreuung der Frauen und Familien flächendeckend auf höchstem Niveau stattfinden kann, müssen Hebammen ihren Beruf unter guten und für alle fairen Bedingungen ausüben können. Investitionen in angemessene Löhne, ein höherer Stellenschlüssel in Kliniken und eine zukunftsorientierte Ausbildung sind unumgänglich.

In der Geburtshilfe muss wieder der Mensch im Mittelpunkt stehen: die werdende Mutter und das Kind. Frauen benötigen eine individuelle und zugewandte Betreuung rund um die Geburt. Hebammen brauchen bessere Arbeitsbedingungen, der Beruf muss attraktiver werden und der Hebammen-Nachwuchs muss gefördert werden. Wir fordern deshalb einen Wandel in der Geburtshilfe und entschiedene politische Maßnahmen. So muss künftig sichergestellt werden, dass für jede Schwangere die Erreichbarkeit einer geburtshilflichen Abteilung innerhalb von 40 Minuten gewährleistet ist. Unter der Geburt muss eine Eins-zu-Eins-Betreuung gewährleistet sein, also die Betreuung einer werdenden Mutter durch eine Hebamme. Und beim Einsatz freiberuflich tätiger Hebammen muss die Haftpflichtversicherung durch den Auftraggeber übernommen werden.

Kinder sind die Zukunft unseres Landes. Die AfD steht dafür ein, eine Willkommenskultur für Kinder zur wichtigen Richtschnur politischen Handelns zu machen. Wir wollen daher alles tun, um Familien Vertrauen und Sicherheit zu geben und bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehört eine flächendeckende gute Geburtshilfe. Diese darf kein Glücksfall sein!“

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