Dr. Frank Brodehl: „Die Mehrheit in Schleswig-Holstein will ein mehrgliedriges Schulsystem, Vorschulen und Notenzeugnisse“

    Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA spricht sich eine deutliche Mehrheit der Schleswig-Holsteiner für ein mehrgliedriges Schulsystem aus: 78 Prozent sind der Meinung, dass es in Schleswig-Holstein Gymnasien geben sollte, 64 Prozent sagen dies über Realschulen und 58 Prozent über Hauptschulen. Für Notenzeugnisse sprechen sich 90 Prozent der Befragten aus. Für Kinder, die im 6. Lebensjahr noch keine Schulreife besitzen, soll es die Möglichkeit geben, eine Vorschule zu besuchen – das sagen ebenfalls 90 Prozent. Dass dieser Besuch verpflichtend sein sollte, meinen 58 Prozent der Vorschulbefürworter. Dr. Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

    „Die große Mehrheit der Schleswig-Holsteiner wünscht sich ein mehrgliedriges Schulsystem und Notenzeugnisse – dies hat die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA eindeutig ergeben. Außerdem wollen 90 Prozent der Schleswig-Holsteiner, dass für Kinder, die mit 6 Jahren noch nicht schulreif sind, die Möglichkeit existiert, ein Jahr lang eine Vorschule zu besuchen, um Entwicklungsdefizite ausgleichen zu können – namentlich im Bereich Deutschkenntnisse, soziale Kompetenzen und Konzentrationsvermögen. 58 Prozent der Vorschulbefürworter wollen zudem, dass der Vorschulbesuch im Fall fehlender Schulreife verpflichtend ist.

    Diese Ergebnisse der repräsentativen INSA-Umfrage zeigen, dass die bildungspolitischen Anträge der AfD-Fraktion exakt in dieselbe Richtung gehen, die von der Mehrheit der Bürger in Schleswig-Holstein gewünscht wird. Um nur zwei Beispiele zu nennen:

    ⦁ Am 6. November 2018 beantragten wir, Vorschulklassen an Grundschulen einzurichten, damit Kinder mit Förderbedarfen, insbesondere mit sprachlichen Defiziten, ab dem sechsten Lebensjahr am Vormittag kostenfrei unterrichtet werden.
    ⦁ Am 29. November 2018 beantragten wir, den Gemeinschaftsschulen wieder die Bildung abschlussbezogener Hauptschul- und Realschulklassen zu erlauben, weil den unterschiedlichen Leistungsmöglichkeiten der Schüler so besser entsprochen werden kann als in gemischten Klassen.

    Die Fraktionen der Jamaika-Koalition, CDU, GRÜNE und FDP, haben diese Anträge im Landtag abgelehnt – genauso wie SPD und SSW. Das zeigt, dass ihnen allen nicht daran gelegen ist, den Willen der schleswig-holsteinischen Bürger umzusetzen, sondern ihre eigene, von linksgrüner Ideologie geprägte Bildungspolitik. Diese stellt nicht den Leistungsgedanken sowie den größtmöglichen Bildungserfolg eines jeden Schülers in den Mittelpunkt, sondern die Gleichmacherei. Das bedeutet: Unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten und Förderbedarfen sollen alle Schüler in einer Schule und in einem Klassenverband zusammen unterrichtet werden.

    Dass dieses Konzept nicht aufgehen kann, hat die Praxis schon seit langem gezeigt. Auch und gerade deshalb wünschen sich die Schleswig-Holsteiner mehrheitlich, dass ein solches gemeinsames Lernen um jeden Preis, wie er von der SPD, die fast 25 Jahre lang das Bildungsministerium in Schleswig-Holstein unter sich hatte, vorangetrieben wurde, endlich ein Ende hat.

    Was die Mehrheit der Schleswig-Holsteiner stattdessen wünscht, ist, dass jeder Schüler seinen individuellen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend bestmöglich gefördert und gefordert wird. Denn nur so lässt sich ein weiteres Absinken des Bildungsniveaus an unseren Schulen stoppen und größtmöglicher Bildungserfolg für jeden einzelnen Schüler erzielen. Dieser Wunsch drückt sich auch darin aus, dass zwei Drittel der Befragten für den Erhalt der Förderschulen – als weiterer Säule des gegliederten Schulsystems – votieren.

    Wir fordern Jamaika vor diesem Hintergrund auf, die Ergebnisse der repräsentativen INSA-Umfrage ernstzunehmen und dem mehrheitlichen Wunsch der Schleswig-Holsteiner nach mehr Bildungsgerechtigkeit und mehr Bildungserfolg durch die Wiedereinführung von Vorschulen und die Bildung von Haupt- und Realschulklassen an Gemeinschaftsschulen schnellstmöglich nachzukommen.“

    Weitere Informationen:

    ⦁ Details zur INSA-Umfrage:
    ⦁ Feldzeit: 13. bis 20. Januar 2020
    ⦁ Methodik: Die Umfrage wurde als Modus Mixta-Befragung (telefonisch und
    online) durchgeführt.

    ⦁ Stichprobe: 1.000 Personen aus Schleswig-Holstein ab 16 Jahren

    ⦁ Grafiken aus der INSA-Umfrage

    ⦁ Bildungspolitische Anträge/ Kleine Anfragen der AfD-Fraktion:

    ⦁ Zum Thema „Vorschule“:
    ⦁ „Beste Bildungschancen von Beginn an: Vorschulklassen an Grundschulen einrichten“ vom 6. November 2018 (Drucksache ⦁ 19/1022 (neu))

    ⦁ Zum Thema „mehrgliedriges Schulwesen“:
    ⦁ „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes“ vom 30. November 2018 (Drucksache ⦁ 19/1107)
    ⦁ Berichtsantrag zur Auswertung der wissenschaftlichen Abhandlung „Leistungsgerechtigkeit und Bildungsungleichheit“ vom 30. November 2018 (Umdruck ⦁ 19/1725)

    ⦁ Zum Thema „Leistungen/Noten“:
    ⦁ „Notenzeugnisse für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf“
    vom 13.02.2019 (Drucksache ⦁ 19/1256)

    ⦁ „Wertevermittlung stärken – Kopfnoten einführen“
    vom 19. Juni 2018 (Drucksache ⦁ 19/812)
    ⦁ „Leistungsbewertung an Grundschulen“ – Kleine Anfrage nebst Antwort des Bildungsministeriums – vom 10. November 2019 (Drucksache ⦁ 19/1774)
    ⦁ „Leistungsbewertung an Gemeinschaftsschulen“ – Kleine Anfrage nebst Antwort des Bildungsministeriums vom 4. Dezember 2019 (Drucksache ⦁ 19/1842)

    https://www.shz.de/nachrichten/meldungen/buerger-wuenschen-sich-wieder-drei-schularten-id27378057.html

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