Dr. Frank Brodehl: „Digitaler Unterricht, der Eltern pro Kind 500 Euro kostet, widerspricht der Lehrmittelfreiheit“

    Die Gemeinschaftsschule in Plön hat ein Konzept für „digitalen Unterricht“ entwickelt, das in ihren siebten Klassen nach den Sommerferien  umgesetzt werden soll. Die Kosten für die dafür anzuschaffenden Tablets sollen laut Beschluss der Schulkonferenz von den Eltern getragen werden: Stückpreis 529,- Euro. Dr. Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

    „Dass die Kosten für die 500-Euro-Tablets von den Eltern der betroffenen Siebtklässler bezahlt werden sollen, zeigt, wie wenig die Idee der „Digitalen Schule’ zu Ende gedacht ist. Nicht nur, dass eine derartige Kostenübernahme  dem Gedanken der Lehrmittelfreiheit widerspricht. Es ist darüber hinaus schon jetzt absehbar, dass sich viele Eltern, diese Kosten gar nicht leisten können – insbesondere jene nicht, die mehrere Kinder haben.

    Dass die Kostenübernahme, wie es heißt, nur auf freiwilliger Basis erfolgen soll, ändert nichts daran, dass am Ende alle Eltern unter Kollektivdruck gesetzt werden, ihrem Kind ein Tablet zu kaufen – allein schon, um ihrem Kind so eine Stigmatisierung in der Klasse zu ersparen.

    Das wirft insgesamt die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis eines derartigen ‚Digitalen Unterrichts’ auf. Konkret: steigt der Grad des Lernerfolgs der Schüler mit dem Grad der Digitalisierung ihrer Schule? Die ernüchternde Antwort lautet nach allen bisherigen Erfahrungen damit: Nein!

    Kein Wunder, denn Tablets, Smartboards und Co. sind Mittel zum Zweck und eben kein Garant schulischen Lernerfolgs. Wer Schülern und Eltern suggeriert, dass Lehren und Lernen mit digitalen Medien leichter seien, hat das kleine Einmaleins der Pädagogik nicht verstanden. Entscheidend für ein erfolgreiches Lernen ist, dass die Beziehung zwischen Lehrkräften, Schülern und den Lehrinhalten stimmt – nicht das digitale Equipment.

    Wer daran zweifelt, dem mag ein Blick etwa nach Frankreich oder Australien helfen: Vor Jahren wurden hier bereits für jeden Schüler Tablets angeschafft. Die Ergebnisse waren nicht nur ernüchternd, sondern alarmierend: Der Lernerfolg sank statt zu steigen. In der Konsequenz wurden Tablets und sogar das Internet wieder vollständig aus dem Unterricht verbannt.

    Angesichts maroder Schultoiletten, Sporthallen aus den 1970er Jahren und langweiliger reizarmer Pausenhöfe sollten die Prioritäten woanders liegen, als davon zu träumen, dass Schüler mehr und besser lernen würden, wenn sie über eigene Tablets verfügen.“

    Weitere Informationen:

    print