Dr. Frank Brodehl: „Ein Gesundheitsrisiko, das eine Maskenpflicht an Schulen rechtfertigt, ist nicht erkennbar“

    Dr. Frank Brodehl (AfD)

    Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) fordert für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts an Schulen eine Maskenpflicht für alle Schüler. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) beschränkt sich bislang darauf, Schülern ab der 7. Klasse das Maskentragen zu empfehlen. Dr. Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

    „Eine Woche vor Schulbeginn in Schleswig-Holstein sendet die Politik in Sachen Maskenpflicht an Schulen widersprüchliche Signale aus: Bundesbildungsministerin Karliczek fordert eine Maskenpflicht, Karin Prien, ihre Amts- und Parteikollegin in Schleswig-Holstein, spricht hingegen nur eine Maskenempfehlung aus – und die auch noch beschränkt auf die Schüler ab der 7. Klasse. So verunsichert man die betroffenen Schüler, Eltern und Lehrer maximal.

    Das bereits jetzt angerichtete Informations-Chaos erinnert an die Masken-Diskussion vom Anfang der Corona-Krise: Ende März erklärten Bundesgesundheitsminister Spahn und das Robert-Koch-Institut, dass das Tragen von Atemschutzmasken ‚unnötig‘, ja sogar schädlich sei. Dann, einen Monat später, wurde bundesweit eine Maskenpflicht für den Einzelhandel und den Öffentlichen Personennahverkehr bundesweit eingeführt. So ließ sich weder Vertrauen in die Sach- und Fachkompetenz der betreffenden Gesundheitspolitiker wecken, noch Verständnis und Akzeptanz für derlei Corona-Maßnahmen. Mit einer etwaigen Maskenpflicht für Schüler verhält es sich jetzt genauso. Das ist nicht akzeptabel.

    Denn entweder droht durch eine Infektion mit dem Corona-Virus eine ernste Gesundheitsgefahr für die Betroffenen, in diesem Fall für Schüler und Lehrer, oder nicht. So wie man nicht ein bisschen schwanger sein kann, so kann auch das Corona-Virus nicht ein bisschen gefährlich sein. Entweder es ist so gefährlich, dass es eine Maskenpflicht unumgänglich macht oder nicht.

    Eine aktuelle Studie, die im Auftrag des UN-Kinderhilfswerks Unicef von den Gesundheitsämtern in Schweden und Finnland durchgeführt wurde, spricht aktuell gegen eine solche Gefährlichkeit: Wegen der Corona-Krise wurden Ende März bis Ende Mai die Schulen und Kindergärten in Finnland geschlossen. In Schweden blieben sie hingegen bis einschließlich der neunten Klasse durchgehend geöffnet. Die Unicef-Studie ergab jetzt, dass (Zitat) ‚die Schließung oder Nicht-Schließung keinen messbaren direkten Einfluss auf die Zahl der Covid19-Fälle unter Schulkindern in Finnland und Schweden‘ hatte.

    Vor diesem Hintergrund spricht sich die AfD-Fraktion ebenfalls gegen eine Maskenpflicht an Schulen aus.

    Zumal in Finnland, wo sämtliche Kindergärten und Schulen geschlossen wurden, der Anteil der Corona-Erkrankten, die unter 20 Jahre alt waren, bei 8,2 Prozent lag und in Schweden, wo Schulen und Kindergärten durchgehend geöffnet blieben, nur bei 2,1 Prozent. Und während es in Finnland Mitte Juni pro 100.000 Einwohner 52 Corona-Fälle in der Altersgruppe 1 bis 19 gab, waren es in Schweden 49 Fälle. Das Fazit ist damit eindeutig: Die Schulschließungen in Finnland hatten im Vergleich zu den Nichtschließungen in Schweden keinen Effekt.

    Die Gesundheitsämter, die die Studie im Auftrag von Unicef erhoben haben, erklärten dieses Ergebnis zudem damit, dass Kinder nicht zur Hauptrisikogruppe für Covid19 zählen. Weder in Schweden noch in Finnland gab es Corona-Todesfälle bei den unter 20jährigen. Das finnische Institut für Gesundheit erklärte dazu, dass Kinder laut gegenwärtiger Auffassung das Virus in niedrigerem Grad verbreiten als Erwachsene. Gleichzeitig ergab die Studie in Schweden, dass es unter den dortigen Lehrern keine höhere Infektionsrate gegeben habe als in anderen Berufsgruppen.

    Vor diesem Hintergrund begrüßen wir ausdrücklich, dass der Regelbetrieb an Schulen in Schleswig-Holstein nach den Sommerferien ohne Maskenpflicht wieder aufgenommen werden soll. Denn ein relevantes Gesundheitsrisiko für Schüler und Lehrer ist nicht erkennbar – die negativen Auswirkungen von Schulschließungen für die Entwicklung der Schüler hingegen schon.“

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