Dr. Frank Brodehl: „Keine Schließung von Schulen, Stufen oder Klassen – nur infizierte Schüler sollen in Quarantäne“

    Dr. Frank Brodehl (AfD)

    In Kiel ist an einer Grundschule sowie an zwei Gemeinschaftsschulen jeweils ein Schüler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Alle Mitschüler in den betroffenen Klassen werden jetzt ebenfalls getestet. In Quarantäne geschickt wurden in einer der Gemeinschaftsschulen alle Schüler der Jahrgangsstufe, in der anderen nur die Schüler der betroffenen Klasse; letzteres trifft auch auf den Fall in der Grundschule zu. Welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden, will das Kieler Gesundheitsamt vom Ergebnis der Corona-Tests abhängig machen. Dr. Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

    „Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus müssen stets verhältnismäßig sein, d.h. sie dürfen immer nur in Abhängigkeit von der konkreten Gesundheitsgefahr getroffen werden, die durch eine Infektion im Einzelfall tatsächlich droht. Kinder gehören nicht zur Corona-Risikogruppe, deshalb ist es gut und richtig, dass die drei Kieler Schulen, an denen jeweils ein einzelner Schüler positiv getestet wurde, nicht umgehend geschlossen wurden. Dabei muss es unbedingt bleiben.

    Nur infizierte Kinder sollen in Quarantäne, für alle anderen muss der Präsenzunterricht weitergehen. Denn Präsenzunterricht ist nicht nur für den Bildungserfolg unserer Kinder zwingend erforderlich, sondern ebenso für ihre soziale Entwicklung. Kinder brauchen das Umfeld ihres Klassenverbandes und den persönlichen Austausch mit ihren Klassenkameraden. Fernunterricht von zu Hause aus ist dafür kein adäquater Ersatz. Das hat schon der letzte Lockdown allen Betroffenen deutlich vor Augen geführt.

    Wir fordern deshalb Ministerin Prien auf, sicherzustellen, dass es nicht noch einmal zu Schulschließungen in Schleswig-Holstein kommt. Schulen sind für Kinder keine gefährlichen Orte, auch nicht, wenn einzelne Schüler oder Lehrer positiv auf das Coronavirus getestet werden.  Zum einen  bedeutet  eine Corona-Infektion bei  Kindern nicht  automatisch, dass die infizierten Kinder auch an Covid19 erkranken; zum anderen sind weltweit kaum Fälle bekannt, bei denen an Covid19 erkrankte Kinder schwere oder gar tödliche Krankheitsverläufe hatten. Zur Corona-Risikogruppe gehören vielmehr nach wie vor hochbetagte und schwer vorerkrankte Menschen – keine Kinder.

    Eine aktuelle Studie, die im Auftrag des UN-Kinderhilfswerks Unicef in Schweden und Finnland durchgeführt wurde, bestätigt dies: Weder in Schweden noch in Finnland gab es Corona-Todesfälle bei den unter 20jährigen. In Deutschland gab es unter 9.207 Todesfällen mit Coronavirus 3 Todesfälle, das sind 0,03 Prozent – also nicht einmal 0,5 Promille (Stand: 13. August).

    Bei der Frage, welche Corona-Maßnahmen an Schulen zu ergreifen sind, müssen diese Fakten mit berücksichtigt werden: Abzustellen ist also nicht auf eine abstrakte oder gar gefühlte Gesundheitsgefahr, sondern stets auf die tatsächliche, d.h. nachweisbare Gefahr im konkreten Einzelfall. An diesem Maßstab gemessen sind weder Schulschließungen eine Option, noch wäre es verhältnismäßig, ganze Stufen oder Klassen nach Hause zu schicken – infizierte Kinder schon.“

    Weitere Informationen:

    • Statistik Todesfälle mit Coronavirus (Covid-19) in Deutschland nach Alter und Geschlecht, Stand: 13. August 2020:

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1104173/umfrage/todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-deutschland-nach-geschlecht/#professional

    • de-Artikel „Covid-19: Wenige Infektionen in Schulen und Kitas“ vom 10. Aug. 2020:

    https://www.aponet.de/aktuelles/forschung/20200810-covid-19-wenige-infektionen-in-schulen-und-kitas.html

    • BILD-Artikel „Schulschließungen hatten keinen Einfluss auf Pandemie“ vom 17. Juli 2020:

    https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/corona-studie-schulschliessungen-hatten-keinen-einfluss-auf-pandemie-71931000.bild.html

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