Dr. Frank Brodehl: „Schulschließungen sind keine Lösung – weder in Mecklenburg-Vorpommern noch sonstwo“

    Dr. Frank Brodehl (AfD)

    In Mecklenburg-Vorpommern sind ein Gymnasium und eine Grundschule geschlossen worden, weil im ersten Fall ein Lehrer und im zweiten Fall ein Schüler positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Sämtliche Schüler, Lehrer und andere Mitarbeiter der Grundschule wurden in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt. Das Gymnasium, das 800 Schüler besuchen, soll bis einschließlich Mittwoch kommender Woche geschlossen bleiben. Dr. Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

    „Dass eine Schule nur deshalb geschlossen wird, weil bei einem einzigen Lehrer oder Schüler das Corona-Virus nachgewiesen wurde, zeigt, wie panisch die Schulbehörden in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Thema Corona mittlerweile umgehen. Für das gerade erst begonnene Schuljahr 2020/2021 verheißt das nichts Gutes – auch nicht in Schleswig-Holstein. Denn die Gefahr einer vermeintlich drohenden zweiten Corona-Welle wird schon seit Wochen bundesweit von zahlreichen Medien, Politikern und Virologen beschworen.

    Um so wichtiger ist es, Ruhe zu bewahren und zwei grundsätzliche Fragen zu beantworten: Zum einen, ob das Coronavirus tatsächlich derart gesundheitsgefährdend ist, dass jedes Mittel gerechtfertigt ist, um eine Ausbreitung zu vereiteln; zum anderen, ob Schulschließungen dazu geeignet sind, eine ‚zweite Corona-Welle‘ zu verhindern.

    Auf beide Fragen liefert das Ergebnis einer aktuellen Studie, die im Auftrag des UN-Kinderhilfswerks Unicef in Schweden und Finnland durchgeführt wurde, eine klare Antwort: Untersucht wurde, ob die Ende März bis Ende Mai in Finnland durchgeführten Schulschließungen im Vergleich zu den Nicht-Schließungen in Schweden irgendeinen messbaren direkten Einfluss auf die Zahl der Covid19-Fälle unter Schulkindern in Finnland und Schweden hatte oder nicht. Die Antwort lautet: Nein.

    So lag in Finnland der Anteil der Corona-Erkrankten, die unter 20 Jahre alt waren, bei 8,2 Prozent und in Schweden, wo Schulen und Kindergärten durchgehend geöffnet blieben, nur bei 2,1 Prozent. Während es in Finnland Mitte Juni pro 100.000 Einwohner 52 Corona-Fälle in der Altersgruppe 1 bis 19 Jahre gab, waren es in Schweden 49 Fälle.

    Die Gesundheitsämter, die die Studie im Auftrag von Unicef erhoben haben, erklärten dieses Ergebnis damit, dass Kinder nicht zur Hauptrisikogruppe für Covid19 zählen. Weder in Schweden noch in Finnland gab es Corona-Todesfälle bei den unter 20-Jährigen. Das finnische Institut für Gesundheit erklärte dazu, dass Kinder laut gegenwärtiger Auffassung das Virus in niedrigerem Grad verbreiten als Erwachsene. Gleichzeitig ergab die Studie in Schweden, dass es unter den dortigen Lehrern keine höhere Infektionsrate gegeben habe als in anderen Berufsgruppen.

    Das macht deutlich: Schulschließungen wegen Corona sind weder notwendig noch sinnvoll, da ein relevantes Gesundheitsrisiko für Schüler und Lehrer nicht erkennbar ist. Die negativen Auswirkungen, die Schulschließungen für die Entwicklung der Schüler haben, sind hingegen sowohl messbar als auch gravierend. Deshalb fordern wir Bildungsministerin Prien auf, sicherzustellen, dass das Beispiel Mecklenburg-Vorpommern in Schleswig-Holstein keine Schule macht.“

    Weitere Informationen:

    • WELT-Online-Meldung „Fünf Tage nach Ferienende – Erste Schulen schließen wegen Corona“ (Coronavirus-Liveticker vom 7. August 2020/ 11:18 Uhr):

    https://www.welt.de/vermischtes/live206935325/Coronavirus-live-Zwei-Schulen-in-Mecklenburg-Vorpommern-schliessen-wieder.html

    • BILD-Artikel „Schulschließungen hatten keinen Einfluss auf Pandemie“ vom 17. Juli 2020:

    https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/corona-studie-schulschliessungen-hatten-keinen-einfluss-auf-pandemie-71931000.bild.html

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