Dr. Frank Brodehl: „Der Wiedereinstieg in den Schulbetrieb ist nicht nur sicher möglich, sondern auch unbedingt geboten“

    Der Landeselternbeirat der Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein hält die Öffnung der Schulen selbst bei Einhaltung der aktuellen Hygienevorschriften für ein „unüberschaubares Risiko“ und nicht vertretbar. Stattdessen müsse das Schuljahr 2019/2020 sofort beendet und die geplanten Abschlussprüfungen abgesagt werden. Dr. Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:
     
    „Unverzichtbare Grundlage für schulischen Lernerfolg ist Präsenzunterricht. Dieser ist weder durch digitalen Unterricht noch durch andere ‚Home-Schooling‘-Angebote ersetz-bar. Dass der Landeselternbeirat die Gemeinschaftsschulen dessen ungeachtet die Schulen für das verbleibende Schuljahr schließen möchte, wäre nur dann nachvollzieh-bar, wenn für die Schüler von Präsenzunterricht eine ernste Gefahr für Leib oder Leben ausgehen würde. Dass dies der Fall wäre, davon kann nach allem, was über das Corona-Virus mittlerweile bekannt ist, absolut keine Rede sein – schon gar nicht bei Einhaltung der für alle Schulen beschlossenen Infektionsschutzregeln.
     
    Feststeht bislang, dass das Corona-Virus für alte und vorerkrankte Menschen gefährlich ist. So war etwa heute in der Presse zu lesen, dass die 133 am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf obduzierten Corona-Toten ein Durchschnittsalter von 80 Jahren und außerdem schwere Vorerkrankungen aufwiesen. Dass das Corona-Virus für Kinder oder Jugendliche ein ähnliches Risiko darstellen würde, dafür gibt es keinerlei Indiz.
     
    Die bereits angelaufenen Abiturprüfungen sowie der für alle übrigen Abschlussklassen begonnene Vorbereitungsunterricht, hat zudem gezeigt, dass Präsenzunterricht auch in Corona-Zeiten sicher durchgeführt werden kann. Lehrer und Schüler haben bewiesen, dass sie die dafür beschlossenen Hygienestandards und Abstandsgebote sehr wohl einhalten.
     
    Wenn der Landeselternbeirat gleichwohl Schulen als ‚Versuchslabor‘ bezeichnet und von in seinem heutigen Positionspapier in Bezug auf die Wiederaufnahme des Schulbetriebs tut, von ‚Versuchen am lebenden Objekt‘ spricht, dann ist dies angesichts der tatsäch-lichen Sachlage schlicht verantwortungslos, weil es lediglich dazu geeignet ist, unter den Betroffenen, Ängste und Unsicherheit zu schüren, die durch nichts gerechtfertigt sind.
     
    Statt zu fordern, dass die Schulen in Schleswig-Holstein bis September geschlossen bleiben, Abschlussprüfungen ausfallen und Schüler trotz unzureichender Leistungen automatisch versetzt werden, sollte der Landeselternbeirat lieber daran mitwirken, praktikable Ideen und Vorschläge dafür zu entwickeln und umzusetzen, die dazu dienen, dass möglichst bald möglichst allen Schülern wieder Präsenzunterricht angeboten werden kann. Denn digitales Lernen und ‚Home-Schooling‘ sind kein ausreichender Ersatz für Präsenzunterricht – weder für Schüler, noch für Eltern, noch für Lehrer.“
     
    Weitere Informationen:
     
    Hamburger-Abendblatt-Artikel „Alle 133 Hamburger Coronatoten hatten Vorerkrankungen“ vom 27. April 2020:
     
    Pressemitteilung von Dr. Frank Brodehl „Die Öffnung der Schulen für Abschlussklassen ist ein Schritt in die richtige Richtung – weitere müssen folgen“ vom 9. April 2020:
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