Jörg Nobis: „Die Evangelische Kirche droht sich zum Handlanger von Schleppern zu machen – das ist nicht ihre Aufgabe“

    Jörg Nobis

    Das von der Evangelischen Kirche initiierte Bündnis „United4Rescue“ hat im Bieterverfahren um das ehemalige Forschungsschiff „Poseidon“ den Zuschlag erhalten – mit einem Gebot von 1,3 Millionen Euro. Einge-setzt werden soll das Schiff, um im Mittelmeer Migranten aus seeuntauglichen Schlepper-Booten aufzunehmen, mit denen diese versuchen, von Afrika aus nach Europa zu gelangen. Jörg Nobis, der Vorsitzende der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

    „Menschen, die in Nordafrika in seeuntaugliche Boote von Schleppern steigen, um auf dem Seewege Europa zu erreichen, begeben sich absehbar in Seenot und riskieren damit ihr Leben. Dass die Zahl dieser Menschen geringer wird, wenn ein weiteres Schiff vor der afrikanischen Küste kreuzt, das Menschen aus seeuntauglichen Booten aufnimmt, um sie nach Europa zu transportieren, ist nicht anzunehmen – im Gegenteil.

    Das wirft die Frage auf, warum sich ausgerechnet die Evangelische Kirche so massiv dafür eingesetzt hat, ein Schiff zu ersteigern, das schnellstmöglich für den genannten Zweck ins Mittelmeer entsandt werden soll. Der grüne Europaabgeordnete Sven Giegold liefert die Antwort: Er erklärt, das ersteigerte Schiff sei ‚praktizierte Nächstenliebe’.

    Menschen dazu zu ermuntern, sich in seeuntaugliche Schlepper-Boote zu setzen und damit in Lebensgefahr zu begeben, hat tatsächlich nichts mit Nächstenliebe zu tun – vielmehr damit, das kriminelle und menschenverachtende Geschäft der Schlepperbanden zu befördern. Denn die Schlepperbanden leben gerade davon, dass sich möglichst viele Menschen die Hoffnung machen, von selbsternannten Seenotrettern bereits nahe der nordafrikanischen Küste an Bord genommen und in einen europäischen Hafen gebracht zu werden.

    Die Evangelische Kirche droht sich also hier am Ende zum Handlanger der Schlepperbanden zu machen. Dies zeigt einmal mehr: Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut – und Moral zur Grundlage von Politik zu machen, ist ein Irrweg.“

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