Jörg Nobis: „Eines zeigt die Teststrecke schon jetzt: die Elektrifizierung von Autobahnen ist und bleibt eine Sackgasse“

    Jörg Nobis

    Der Testbetrieb des „E-Highways“ auf der Autobahn A1 bei  Lübeck verzögert sich weiter. Nach Angaben des Forschungs- und Entwicklungs-zentrums der Fachhochschule Kiel GmbH müssen über 250 Masten, die auf beiden Richtungsspuren der Teststrecke verbaut wurden, nachträglich verstärkt  werden. Wann E-Laster dort wie geplant fahren können, ist offen. Jörg Nobis, Vorsitzender der AfD-Fraktion, erklärt dazu:

    „Pleiten, Pech und Pannen – so lässt sich der Versuch, auf der Autobahn A1 bei Lübeck eine Teststrecke für elektrisch betriebene LKW zu installieren, wohl am besten zusammenfassen: Erst wurden die Test-LKW nicht termingerecht geliefert, dann musste die erste Testfahrt im Juni im Schritt-Tempo, ohne Auflieger und ohne Strom stattfinden und schließlich stellte im September ein Gutachter fest, dass die Oberleitungsmasten Mängel aufwiesen, die dadurch behoben werden müssen, dass an allen Auslegern eine Verstärkungskonstruktion angebracht wird. Wann es mit dem Testbetrieb tatsächlich losgehen kann, bleibt damit weiter offen – zumal der erste LKW mit Stromabnehmer vom Hersteller erst in den nächsten Wochen geliefert werden soll.

     

    Die Befürworter von E-Autobahnen werden da von Kinderkrankheiten sprechen wollen. Für die AfD-Fraktion ist indes schon jetzt klar: es handelt sich hier stattdessen um die Vorzeichen eines absehbaren Debakels. Denn E-Autobahnen haben tatsächlich keine Zukunft – weder ökologisch noch ökonomisch.

    Seit der Fertigstellung der Oberleitung zwischen Reinfeld und Lübeck klagen Anwohner bereits über die zusätzliche Lärmbelästigung. Um die Bürger davor zu schützen, müssten Schallschutzwände gebaut werden, die schon bei konventioneller Bauweise und mit drei Metern Höhe ungefähr 800.000 Euro pro Kilometer kosten. Die Träger der surrenden und pfeifenden Oberleitungen liegen hingegen in etwa zehn Metern Höhe. Hier ist absehbar, dass die ohnehin schon gewaltigen Kosten des Projekts nur weiter explodieren werden.

    Darüber hinaus hat Daimler, weltgrößter Hersteller von Lkw, seinen Rückzug aus dem Projekt bereits damit begründet, dass E-Autobahnen schlicht zu aufwendig seien. Auch der Landesrechnungshof rügt die Durchführung des Versuchsvorhabens mittlerweile als Steuergeldverschwendung.

    Vor diesem Hintergrund erneuern wir unsere Forderung an Jamaika, das Projekt E-Auto-bahn in Schleswig-Holstein zu beenden – es ist und bleibt eine Sackgasse.“

    Weitere Informationen:

    • sueddeutsche.de-Artikel „Teststrecke für E-Laster: Start weiter ungewissvom 26. Oktober 2019:

    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verkehr-luebeck-teststrecke-fuer-e-laster-start-weiter-ungewiss-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-191026-99-455611

    • Hamburger-Abendblatt-Artikel „E-Highway lärmt wie Orgelpfeifen“ vom April 2019

    https://www.abendblatt.de/region/stormarn/article217038259/Anwohner-empoert-E-Highway-laermt-wie-Orgelpfeifen.html

    • AfD-Pressemitteilung von Jörg Nobis: „E-Autobahnen sind ein neuer Highway zur Steuergeldverschwendung“ vom 23. April 2019:

    http://www.ltsh.de/presseticker/2019-04/23/14-21-45-14ca/PI-XL8DWRTK-afd.pdf

    • AfD-Pressemitteilung von Jörg Nobis: „Die elektrifizierte Autobahn ist eine Totgeburt“ vom 23. Oktober 2019:

    http://www.ltsh.de/presseticker/2018-10/23/14-45-33-03d9/PI-W88X7QPZ-afd.pdf

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