Vera Lengsfeld begeistert als Gastrednerin bei „Fraktion im Dialog“

    Jörg Nobis

    „30 Jahre nach der Vereinigung der beiden deutschen Teilstaaten ist die Meinungsfreiheit praktisch abgeschafft.“ Mit diesen Worten traf Vera Lengsfeld den Kern ihres Vortragsthemas „Neue Mauern im Kopf – Zwischen Meinungsfreiheit und Zensur“, das sie im Rahmen der Reihe „Fraktion im Dialog“ auf Einladung der AfD-Fraktion im Landtag behandelte.

    Vor 200 Besuchern, die den Plenarsaal und die Besuchertribüne füllten, zeigte die ehemalige Bundestagsabgeordnete Parallelen zwischen der DDR und der Gegenwart auf. Die frühere DDR-Bürgerrechtlerin war 1988 auf einer Demonstration von der Stasi verhaftet und im Gefängnis Hohenschönhausen eingesperrt worden. „Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals wieder Probleme mit der Meinungsfreiheit bekommen würde“, so Vera Lengsfeld. Ihrer Beobachtung nach „gleiten wir allmählich in eine Gesinnungsdiktatur ab.“

    Von den Besuchern nach Handlungsoptionen befragt, die Schaden von der Demokratie abwenden können, antwortete die ehemalige CDU-Politikerin: „Wer die Freiheit liebt, orientiert sich am Widerstand.“ Eine wichtige Aufgabe dabei nähmen „freie Medien“ ein, die auch über Themen berichteten, die etablierte Sender und Zeitungen nicht aufgriffen, so Lengsfeld weiter. „Freiheitlich Gesinnte sind für die Herrschaft des Rechts“, das nicht durch eine „herrschende Clique ausgehebelt werden dürfe, um ein angeblich höheres Ziel zu erreichen“, so die Bürgerrechtlerin abschließend.

    Die Abgeordneten Jörg Nobis, Claus Schaffer und Volker Schnurrbusch ergänzten das Thema Meinungs- und Informationsfreiheit in der Diskussionsrunde um die parlamentarische Perspektive. Sie berichteten vom landespolitischen Umgang mit dem Mediengesetz und der Nicht-Berichterstattung in den Medien über die Gesetzesinitiative der AfD-Fraktion zur Pflegeberufekammer.

    Hier geht’s zum Video der Rede von Vera Lengsfeld

          

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