Volker Schnurrbusch: „Ausbildung im Handwerk stärken, nicht kleinsparen“

    Portrait Volker Schnurrbusch, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Gruppe im Landtag Schleswig-Holstein

    Die Lübecker Nachrichten berichten, dass die Handwerkskammer Lübeck den bisher geplanten Neubau der zentralen Ausbildungsstätte für Lehrlinge, den Trave-Campus, nach Kostenerhöhungen finanziell nicht mehr stemmen kann und daher einen stark verkleinerten Campus bauen will. Etliche Handwerksberufe sollen wegfallen, die Kapazität der Ausbildungsstätte schrumpft in den neuen Planungen auf etwa die Hälfte. Dazu erklärt der bildungspolitische Sprecher der AfD im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Volker Schnurrbusch:

    „Der Fachkräftemangel im Handwerk spitzt sich von Jahr zu Jahr mehr zu. Immer mehr Ausbildungsplätze können nicht besetzt werden. Trotz der vielen unbesetzten Lehrstellen gibt es auch viele Jugendliche, die gern eine Ausbildung machen würden, aber keine Lehrstelle finden. Man sollte also meinen, dass die Förderung der handwerklichen Ausbildung für eine Landesregierung eine hohe Priorität haben sollte. Vor diesem Hintergrund ist es völlig unverständlich, dass die Handwerkskammer Lübeck nun offenbar mit ihren finanziellen Nöten beim Bau des Trave-Campus von der Landesregierung im Regen stehen gelassen wird.

    Es geht um nichts weniger als einen zentralen Ausbildungs-Campus für Handwerksberufe in Schleswig-Holstein. Seit 2017 plant die Handwerkskammer Lübeck den Neubau dreier Einrichtungen: die Berufsbildungsstätte Travemünde, sechs Landesberufsschulen in Trägerschaft der Handwerkskammer Lübeck sowie das Fortbildungszentrum der Handwerkskammer. Die erste, von Gutachtern mehrfach bestätigte Kostenschätzung aus dem Jahr 2017 belief sich auf 91 Millionen Euro. Mittlerweile sind die Kosten auf 182 Millionen Euro gestiegen; die Finanzierungslücke beträgt rund 60 bis 90 Millionen Euro.

    Die Bitte der Handwerkskammer Lübeck an das Land, seinen Anteil an der Finanzierung so aufzustocken, dass die fehlenden Kosten gedeckt sind, hat FDP-Wirtschaftsminister Buchholz bisher abgelehnt. Sollte die Landesregierung bei dieser Position bleiben, wird der Trave-Campus auf etwa die Hälfte der ursprünglich geplanten Kapazität schrumpfen müssen. Die Landesberufsschulen würden wegfallen und es könnten nur noch etwa halb so viele Lehrlinge ausgebildet werden. Das duale Ausbildungssystem unseres Landes würde nachhaltig negativ beeinflusst. Schleswig-Holstein würde dadurch erheblich an Attraktivität verlieren für junge Menschen, die eine solide und zukunftssichere handwerkliche Ausbildung machen wollen.

    Die Landesregierung steht hier in der Pflicht, mit dem notwendigen Neubau eines Ausbildungszentrums für das Handwerk auch die Zukunftsfähigkeit unseres Landes zu sichern. Handwerk hat goldenen Boden – dafür ist jeder Euro gut angelegt. Darum fordern wir die Landesregierung auf, die fehlenden Mittel zum geplanten Neubau des Trave-Campus in seiner ursprünglichen Größe bereitzustellen.“

    Weitere Informationen:

    • Bericht der Lübecker Nachrichten Online „Trave-Campus für Lehrlinge schrumpft massiv“ vom 23.09.2021

    https://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Luebeck-Trave-Campus-Ausbildungszentrum-fuer-Lehrlinge-wird-kleiner

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