Volker Schnurrbusch: „Der Lehrerberuf muss attraktiver werden, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden zu können“

Portrait Volker Schnurrbusch, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Gruppe im Landtag Schleswig-Holstein

Volker Schnurrbusch, bildungspolitischer Sprecher der AfD im Schleswig-Holsteinischen Landtag, zum Lehrkräftemangel:

Der Mangel an Lehrkräften nimmt mittlerweile dramatische Züge an. Lehrer fehlen besonders an Grundschulen, an berufsbildenden Schulen und in den Förderzentren. Die zusätzlichen Aufgaben, mit denen Schulen über den Unterricht hinaus konfrontiert sind Corona Maßnahmen, Integration, Inklusion, Digitalisierung, Ganztag, sind so nicht zu bewältigen. Der Verband Bildung und Erziehung VBE hat in einer gerade veröffentlichten Studie ermittelt, dass die Zahl der neu ausgebildeten Lehrer bis 2030 nicht ausreichen wird um mit der um neun Prozent wachsenden Zahl von Schülern mithalten zu können. Benötigt werden bis 2030 bundesweit mehr als 360.000 neue Lehr kräfte Die aktuelle Zahl von Lehramtsstudenten oder Schulabsolventen wird das nicht ausgleichen. Besonders dramatisch fällt der Mangel in den MINT Fächern, aber auch in Kunst und
Musik aus. Wenn sich dieser Trend nicht umkehren lässt , ist eine individuelle Förderung von Schülern vielerorts nicht mehr leistbar. Das wiederum stellt eine ernsthafte Einschränkung der Bildungsqualität und damit eine Belastung für die Innovations und Produkt ionskraft unseres Landes dar. Weiter wird der Lehrermangel insbesondere Bildungsger echtigkeit an Schulen in sozial schwächeren Gegenden verhindern.
Vor diesem Hintergrund begrüßen wir die neue Allianz für Lehrkräftebildung ausdrücklich. Schleswig Holstein sämtliche Lehrkräfte für alle Fächer ausbilden, die es braucht. Der Konkurrenz und Abwerbekampf zwischen einzelnen Ländern soll damit aufhören. Die Bündelung der verschiedenen, an der Ausbildung von Lehrkräften beteiligten Hochschulen und Instituten soll eine wissenschaftlich geleitete, fachlich fundierte Grundlage für ein quantitativ wie qualitativ ge sichertes Reservoir an neuen Lehrkräften gewährleisten.
Diese Landesregierung sollte alles daransetzen , den Lehrerberuf aktiv zu bewerben, ihn für künftige Absolventen auch finanziell attraktiv zu machen. Bis wir genügend Lehrer ausbilden, müssen auch weiterhin Quereinsteiger und Pensionisten angeworben wer den. Wir brauchen engagierte Pädagogen, denen ihre Arbeit Freude macht und die für Kinder und Jugendliche auch genügend Zeit aufbringen, um auf sie einzugehen. Das ist am besten in kleinen Lerngruppen bis maximal 15 Schülern möglich. Auch das zieht zusätzliche Lehrkräfte nach sich. Zudem muss an den Schulen die Anzahl der Sozialpädagogen und sozial psychologischen Assistenten massiv erhöht werden, da infolge der derzeitigen Dauerkrise die psychischen Folgeschäden bei Kindern und Jugendlichen deutlich zu tage treten werden.
Es kann nicht sein, dass Lehrer immer mehr Aufgaben aufgebürdet bekommen, und darunter die eigentliche Aufgabe leidet. Wenn Politik immer mehr von Schule fordert, müssen auch entsprechende Mittel bereit stehen Für gute Bildung darf uns nichts zu teuer sein
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