Volker Schnurrbusch: „Die Schule als Ort des persönlichen Austauschs ist und bleibt die Basis erfolgreichen Lernens“

    Portrait Volker Schnurrbusch, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Gruppe im Landtag Schleswig-Holstein

    Zur Plenardebatte über die Novellierung des Schulgesetzes und den Bericht zum Stand der Digitalisierung erklärt Volker Schnurrbusch, bildungspolitischer Sprecher der AfD im Schleswig-Holsteinischen Landtag:

    „Im Zuge der völlig überzogenen Lockdown-Politik hat die Landesregierung sehr früh und viel zu lange auf Schulschließungen und eine Kompensation des Präsenzunterrichts gesetzt: zum einen mit Ferienkursen und gesondertem Privatunterricht zur Abmilderung der Lerndefizite, zum anderen mit digitalem Distanzunterricht.

    Die Digitalisierung der Schule soll nun das Allheilmittel für eine bessere Wissensvermittlung und das Aufholen von Lernrückständen sein. Richtig ist: Die Digitalisierung der Arbeitswelt und des Privatlebens muss sich auch in der Schule niederschlagen. Daher wäre Regelunterricht in Informatik und Medienkunde ein erster wichtiger Schritt, um die Schüler auf die digitalisierte Arbeitswelt vorzubereiten. Doch in die Ausbildung von Lehrkräften wurde jahrelang zu wenig investiert. Auch wurden die Schulen über viele Jahre nicht mit Geräten und Räumlichkeiten ausgestattet, um diesen Anspruch umzusetzen.

    So konnten die Schüler nur begrenzt mit digitalen Kompetenzen – die sich auf Grund der technischen Entwicklung auch noch in hoher Schlagzahl verändern – vertraut gemacht werden. Nun glaubt die Regierung, mit dem Zauberwort der Digitalisierung sei der Stein der Weisen gefunden, um das Lernniveau nach Corona und Lockdown wieder anzuheben.

    Doch die Digitalisierung des Unterrichts kann nur dann sinnvoll sein, wenn sie in den Präsenzunterricht eingebettet ist. Digitale Prozesse können beim Transport kognitiver Inhalte helfen; entscheidend bleibt aber immer noch die qualifizierte Lehrkraft. Sie entscheidet, wann und wo Inhalte durch Übungen zu vertiefen sind. Das Niveau der Lernerfolgskontrollen im Distanzlernen ist zu schwach. Auch der wichtige persönliche Austausch, der sich zwischen Lehrkraft und Schülern entwickeln kann und soll, fehlt im Distanzunterricht fast völlig. Und das gilt nicht nur für Musik, Kunst und Sport!

    Corona- und Lockdown-Politik dürfen nicht dazu führen, dass ein Ausnahmezustand, der sich nicht bewährt hat und der die Kluft zwischen stärkeren und schwächeren Schülern weiter vertieft hat, zum Dauerzustand wird, nur weil das Zauberwort der Digitalisierung gleichgesetzt wird mit Lernerfolg. Denn das ist ein fataler Irrtum zu Lasten aller lernwilligen Schüler und engagierten Lehrkräfte. Sie haben einen Anspruch auf bestmöglichen Unterricht – und dieser kann nur in Präsenz erfolgen!

    Von daher lehnen wir eine gesetzliche Verankerung des Distanzunterrichtes in diesem wie auch folgenden Schulgesetzen ab. Das gilt umso mehr für den Änderungsantrag von SPD und SSW, der das Distanzlernen verstetigen will.“

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