Volker Schnurrbusch: „Gefräßige Gänse vernichten Existenzen“

    Portrait Volker Schnurrbusch, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Gruppe im Landtag Schleswig-Holstein

    Die Zahl der durchziehenden Nonnengänse in Nordfriesland  ist  so immens gewachsen, dass Schäfereien wegen der dauerhaften Zerstörung ihrer Wiesen durch Fraß- und Kotschäden den Betrieb aufgeben müssen. Ministerpräsident Daniel Günther will sich am 2. Juni vor Ort selbst ein Bild von der Lage machen. Volker Schnurrbusch, umwelt- und agrarpolitischer Sprecher der AfD im Schleswig-Holsteinischen Landtag, erklärt dazu:

    „Ein alteingesessener Familienbetrieb, der bereits in der vierten Generation einen Schäfereibetrieb mit zuletzt noch 700 Tieren führte, verliert wegen der Überpopulation von Nonnengänsen nun endgültig seine Existenz. Die riesigen Mengen dieser Rastvögel fressen den Schafen das Futter weg und zerstören die Grasnarbe nachhaltig. Die verkoteten Wiesen bieten nicht nur kein Futter für die Schafe mehr, sondern sind überdies schädlich, so dass die Schafhalter ihre Tiere immer mehr im Stall halten, was ebenfalls zu Krankheiten führt. Der Überbestand von Nonnengänsen zerstört so die Existenzgrundlage unserer heimischen Schäfereien.

    Selten wird einem der falsche umweltpolitische Kurs der Landesregierung so drastisch vor Augen geführt wie in diesem Fall.

    Weidende Schafe auf Schleswig-Holsteins Wiesen und Deichen sind nicht nur ein schöner Anblick, ein touristischer Mehrwert und ein wichtiges Stück Kultur und Tradition in unserem schönen Land – sie sind auch die Existenzgrundlage vieler bäuerlicher Familienbetriebe und ein wichtiger Wirtschaftszweig. All dies darf nicht auf dem Altar falschverstandenen Artenschutzes geopfert werden!

    Die Anzahl verschiedener Arten von Wildgänsen sind innerhalb der letzten 20 Jahre um ein Vielfaches gestiegen. Mittlerweile sollen es zwischen ein und zwei Millionen Exemplare sein, die jährlich als Zugvögel über Schleswig-Holstein ziehen und zum Teil hier rasten, wobei die Rastdauer in den letzten Jahren zugenommen hat. Diese Menge ist einfach nicht verkraftbar.

    Es ist nun allerhöchste Zeit zu handeln. Die AfD hat bereits im Oktober 2020 einen Antrag zum Gänsemanagement vorgelegt. Wir fordern, wissenschaftlich begründete Bestandsobergrenzen für Grau-, Nil- und Nonnengans festzulegen und diesen Bestand durch jagdliche Maßnahmen im Rahmen eines aktiven Gänse-Managements einzuhalten. Alles andere ist schlichtweg unverantwortlich – daran ändert auch der Besuch des Ministerpräsidenten nichts, nachdem der grüne Umweltminister bisher nichts für die Weidetierhalter getan hat. Ihm scheint der Schutz der gefräßigen Gänse wichtiger zu sein als die wirtschaftliche Existenz der Schäfer.“

    Weitere Informationen:

    • Artikel in der SHZ:

    https://www.shz.de/lokales/husumer-nachrichten/Immer-mehr-Nonnengaense-Schaeferei-Hinz-Andresen-gibt-auf-id32305297.html

    • Antrag der AfD vom 21.10.2020 „Sorgen der Landwirtschaft ernst nehmen – Wildgänse in Schleswig-Holstein auf erträglichen Bestand reduzieren“

    http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/drucks/02400/drucksache-19-02493.pdf

    print