Volker Schnurrbusch: „Unsere Fischerei darf nicht sterben!“

Portrait Volker Schnurrbusch, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Gruppe im Landtag Schleswig-Holstein

Die EU hat die Fangquoten für Hering und Dorsch massiv abgesenkt. Fischer dürfen in der westlichen Ostsee künftig keinen Dorsch und zumeist auch keinen Hering mehr gezielt fangen. Für Deutschland bedeuten die Beschlüsse, dass nur noch 435 Tonnen westlicher Hering und 104 Tonnen westlicher Dorsch gefangen werden dürfen, und dies nur als Beifang. Angler dürfen pro Tag nur noch einen Dorsch an Land ziehen. Volker Schnurrbusch, wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD im Schleswig-Holsteinischen Landtag, erklärt dazu:

„Unsere Ostseefischer stehen schon seit Jahren extrem unter Druck. Jahr für Jahr wurden die zulässigen Fangmengen reduziert. Immer mehr Betriebe geben auf, für die aufgegebenen Fischkutter werden Abwrackprämien gezahlt.

Die nun gefassten EU-Beschlüsse sind eine Katastrophe für unsere Fischerei. Die massive Absenkung der Fangquote für Dorsch und Hering – den ‚Brotfischen‘ der Fischereibetriebe – auf 10 Prozent der bisherigen Menge beim Dorsch und auf 50 Prozent beim Hering wird für viele Fischer die Existenzgrundlage in Frage stellen. Viele Familienbetriebe werden ihren Lebensunterhalt nicht mehr mit dem Fischfang bestreiten können. Auch der Tourismus an unseren Küsten nimmt durch die neuen Quoten Schaden. Ein Dorsch pro Tag und Angler – das ist wahrlich kein attraktives touristisches Angebot mehr. Angelfreunde werden in Zukunft woanders Urlaub machen.

Es zeigt sich mal wieder: Wer sich auf die EU verlässt, ist verlassen. Die neuen Fangquoten aus den Büros der Brüsseler Bürokraten sind vollkommen realitätsfremd und lassen jegliches Augenmaß für die Lebensgrundlagen der Fischer hier in Schleswig-Holstein vermissen. Die jahrhundertealte maritime Tradition Schleswig-Holsteins, ein wichtiger Teil unserer Kultur und Identität und ein ganzer Wirtschaftszweig werden durch diese Entscheidung gefährdet.

Klar ist: Schleswig-Holstein darf seine Fischerei nicht sterben lassen. Die Fangquoten müssen dringend an die Realität angepasst werden. Die Betriebe brauchen eine wirtschaftliche Perspektive. Und es ist wichtig, dass die Infrastruktur in den Häfen – wie zum Beispiel Kühlhäuser oder Eismaschinen – erhalten bleibt.“

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