Volker Schnurrbusch: „Wenn es den Landwirten schlecht geht, verlieren wir alle“

    Portrait Volker Schnurrbusch, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Gruppe im Landtag Schleswig-Holstein

    Zur Plenardebatte über den Dialogprozess mit der Landwirtschaft erklärt der agrarpolitische Sprecher der AfD im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Volker Schnurrbusch:

    „Es ist löblich, dass der Landtag in einen Dialogprozess mit der Landwirtschaft eingetreten ist, um über deren Zukunftsaussichten zu sprechen. Denn klar ist, dass dieser wichtige Wirtschaftszweig Planungssicherheit benötigt. Kaum ein anderer Sektor muss so langfristig vorausplanen und braucht daher stabile Leitplanken des Gesetzgebers. Aber gerade unsere Landwirte stehen unter enormem politischen Druck, der insbesondere von den Grünen ausgeht.

    Hand in Hand mit Naturschutzverbänden stellen grüne Politiker in der EU, in Bund und Land die Landwirte unter Generalverdacht, wenn es um Tierwohl und Umweltschutz geht. Dabei sind es gerade die Landwirte, die das Prinzip der Nachhaltigkeit in der Praxis leben. Sie fördern die Biodiversität, indem sie ihre Böden auf vielfältige Weise bearbeiten. Sie pflegen unsere Knicks, sie bewirtschaften Weideland, sie legen Blühflächen für den Insektenschutz an.  Darüber hinaus leisten Landwirte zahlreiche weitere Naturschutzmaßnahmen wie Wildtierrettung, Gelegeschutz oder Lerchenfenster.

    All diese Leistungen müssen anerkannt und honoriert werden – genau wie die Tätigkeit der Land-wirte an sich mehr Wertschätzung verdient. In den letzten Jahren wurden sie jedoch zum Sündenbock abgestempelt. Der BUND fordert mehr Moore, mehr Wildnis, mehr Naturschutzflächen, zwei Drittel weniger Dünger, 50.000 weniger Rinder und eine Extensivierung der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Das klingt nicht nach Dialog, das klingt nach Maximalforderung.

    Wenn wir auch in Zukunft noch eine vielfältige Landwirtschaft in Schleswig-Holstein haben wollen, müssen politisch gewollte Naturschutzmaßnahmen praktikabel sein. Die angespannte Ertragslage, die der Handel durch viel zu niedrige Preise geschaffen hat, darf nicht weiter verschärft werden. Auch die Bürger müssen sich beim Einkauf ihrer Lebensmittel bewusst machen, wie viel Arbeit in hochwertigen Lebensmitteln aus heimischer Produktion steckt.

    Der harmlos klingende Begriff ‚Agrarwende‘ täuscht darüber hinweg, was an Aufwand und Kosten auf unsere Landwirte abgewälzt werden soll – mit einschneidenden Folgen: Immer mehr Betriebe müssen aufgeben und Schleswig-Holstein verliert einen wesentlichen Pfeiler seiner Kultur und seiner Identität – von den menschlichen Schicksalen ganz zu schweigen. Das gilt es zu verhindern.

    Wir von der AfD erwarten, dass die Politik den Landwirten zur Seite steht und sie nicht noch weiter unter Druck setzt. Alle 24 Ziele, die der Dialogprozess definiert hat, müssen immer so angesteuert werden, dass unsere Landwirte am Ende nicht als Verlierer dastehen – denn dann verlieren wir alle.“

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